8. März 2011

Das bin ich, Pt.15 - Stoffe & Zubehör



Ich bin die Geisel meiner Vergangenheit.
Ich leide unter dem Stockholm Syndrom.
Ich habe blaue Augen,
ein Lächeln in Pflege,
und wenn der Wind heult,
versuche ich auch mein Glück.
Ich bin 44 & trinke gern Zitronenlimonade.
Dort wo ich noch Haare habe, sind sie häufig grau
und dort, wo sie mir unangemessen wachsen, auch.
Ich rauche …
- So können wir das nicht aufschreiben!
Die Agenturmitarbeiterin missbilligte.
(aus: Stimmungshoch im Allergiezentrum - ein Wackelkandidat äußert sich)



Der Autor, geboren in Hamburg, lebt seit längerem in einer Großstadt am Rhein.
Wie er dort hingekommen ist? Auf Durchreise hängengeblieben vielleicht. Hier lebt er also, in seinem Hinterhof steht ein Kastanienbaum. Die beiden sehen aus wie ein chinesisches Paar, das ein weißes Baby adoptieren möchte.
In seiner Jackentasche haust eine Päckchen gebrannte Mandeln. Er hat sie vergessen.
In seinen Gedichten erweckt er häufig den Eindruck, er lebe allein und kommuniziere vorwiegend mit Wasservögeln, Apothekern und Quiche Lorraine. Das muss so nicht stimmen. Er erwähnt gern Städte, als wäre er weitgereist, z.B. Kansas City. Er war nie Taxifahrer, Schlachthofkollege oder Revuetänzerin.
Er liebt die Freiheit der anderen Straßenseite. Das stimmt.
Danke fürs Vorbeischauen und meine Bewunderung für ihren Körperbau wenn sie ein Fischreiher sind. Melden sie sich bitte, wenn sie Verleger sind und mehr lesen möchten. Die nächste halbe Stunde ist er zuhause. Das letzte Licht des Tages sitzt bei ihm in der Küche und streichelt seine Katzen. Und bringen sie Butterkekse mit.

Kansas City im März 2011
 

Vorhang auf Vorhang auf
Vorhang auf